Leitbild der VBG

1.1 Unsere Vision

Glaubwürdiges Christsein betrifft alle Lebensbereiche. Die VBG will in diesem Sinne Menschen zu einem integrierten Christsein führen und motivieren. Integriertes Christsein beginnt mit einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus. Es ist ansteckend und ganzheitlich und verändert Menschen, Kirche und Gesellschaft.

1.2    Wer wir sind

Die VBG ist eine Bewegung, die integriertes Christsein leben, fördern und bekannt machen will. Die VBG ist interkonfessionell und wirkt in Schule, Universität, Beruf und Alltag.

1.3    Was wir glauben

Die VBG fühlt sich trotz klarem Selbstverständnis mit der gesamten Christenheit verbunden. Sie beruft sich auf die allgemeinen Glaubensgrundlagen, wie sie im apostolischen Bekenntnis überliefert sind. Weil wir glauben, dass integriertes Christsein aus verschiedenen christlichen Traditionen schöpfen sollte, orientieren wir uns in unseren theologischen Leitlinien als interkonfessionelle Bewegung an Elementen aus verschiedenen christlichen Traditionen.

1.4    Was wir tun

1.4.1 Strategien

Zielgruppe

Seit ihrer Gründung im Jahre 1949 versteht sich die VBG als Bewegung, die vor allem unter Menschen wirkt, die eine pädagogische, wissenschaftliche, gesellschaftliche, wirtschaftliche oder kulturelle Verantwortung wahrnehmen.


Integriertes Christsein fördern

Wir glauben, dass integriertes Christsein gelernt und gelehrt werden muss, und dass es hilfreich ist, integriertes Christsein gemeinsam mit anderen aus dem gleichen schulischen und beruflichen Umfeld einzuüben. Die VBG führt daher Christinnen und Christen aus den Zielgruppen zusammen, damit sie einander unterstützen, um in ihrer geistlichen, menschlichen und fachlichen Kompetenz zu wachsen. Als Ergänzung zum Angebot der verschiedenen Kirchgemeinden gründet und begleitet die VBG Schülerbibelgruppen, Bibelgruppen für Studierende, sowie berufsspezifische Gruppen. Daneben bieten sie verschiedene Kurse, Studiengruppen, Tagungen und Seminarien an.


Integriertes Christsein bekannt machen

Diese Gruppen sowie die Einzelnen sollen andere Menschen in ihrem Umfeld mit integriertem Christsein bekannt machen und ihnen zeigen, dass der christliche Glaube auch für ihr Leben relevant ist. Jeder Mensch hat unterschiedliche Fragen. Wir legen uns daher nicht auf eine bestimmte Methode fest, sondern bieten ganz verschiedene Gefässe an, um Interessierten Hilfen und Begleitung an zu bieten bei einer ersten oder einer erneuten persönlichen Begegnung mit dem dreieinen/dreifaltigen Gott.


Einsatz für Mitmensch und Schöpfung

Wir fördern das fürbittende Gebet für die Mitmenschen sowie den stellvertretenden Dank an den Schöpfer. Integriertes Christsein beinhaltet auch den absichtslosen Einsatz für Mitmensch und Schöpfung. Der VBG ist es daher ein Anliegen, dass in allen Arbeitszweigen diakonische Projekte unterstützt oder selber geplant und unterhalten werden.

 

Beziehung zu den Gemeinden

Nach dem Studienabschluss verlassen normalerweise die Mitglieder ihre VBG-Gruppe. Sie sollen im Glauben und charakterlich für ihren nächsten Lebensabschnitt vorbereitet sein und ihre Begabungen in einer Kirche einsetzen. Die VBG unterstützt weiterhin Menschen in Verantwortung, bieten Schulung, unterstützende Treffen und verschiedene Materialien an.

1.4.2 Strukturen:

Ressourcen

Wir schöpfen unsere zentralen geistlichen Ressourcen aus einer gelebten Gottesbeziehung. Für finanzielle Ressourcen ist die VBG auf einen freiwilligen Spenderkreis angewiesen. Dieser setzt sich hauptsächlich aus ehemaligen und aktiven VBGlern zusammen.


Arbeitsbereiche

Die VBG geht ihrem Auftrag in fünf Arbeitsbereichen nach:

- Arbeit unter Schülerinnen und Schülern

- Arbeit unter Studierenden

- Arbeit unter Berufstätigen

- VBG Verlag u.a. mit der Zeitschrift “Bausteine”10

- zwei Kurs- und Ferienzentren im Tessin (Casa Moscia und Campo Rasa)


Leitung

Die Grundlinien der VBG werden durch den VBG-Vorstand festgelegt. Die operationelle Leitung wird durch die VBG-Leitung in Zusammenarbeit mit den Leitenden der jeweiligen Arbeitsbereiche wahrgenommen.


Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Arbeit unter Schüler/Schülerinnen, Studierenden und Berufstätigen geschieht hauptsächlich durch freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihnen stehen voll- und teilzeitlich angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Seite. Zusammen mit den Angestellten der Berufstätigenarbeit und den Leitungsverantwortlichen der Ferienzentren beschäftigt die VBG zurzeit rund 35 teil- oder vollzeitlich Angestellte.


Verbindung

Die VBG ist eng mit der welschen Schwesterbewegung Groupes Bibliques des Ecoles et Universités de Suisse Romande (GBEU) verbunden. Die beiden Bewegungen sind gemeinsam Mitglied der International Fellowship of Evangelical Students (IFES).

1.4.3 Was uns wichtig ist: Unsere Werte

Integriertes Christsein

Integriertes Christsein wirkt sich in allen Lebensbereichen aus. Es ist ein lebenslanger Übungsweg, der mit einer persönlichen Beziehung zum dreieinen Gott der Bibel beginnt und wachstümlich alle Bereiche des Lebens durchdringt. Es orientiert sich an der Bibel.

 

Das vierfache Übungsfeld

Integriertes Christsein wird in vier Feldern eingeübt.

1. Beziehung zu Gott

2. Beziehungen zum Mitmenschen

3. Kulturelles, berufliches, gesellschaftliches Umfeld

4. Christliche Kirche


Zur Integration der verschiedenen Lebensbereiche sollen uns drei Grundfragen leiten:

1. Wird mein Handeln und Sein Gott gerecht?

2. Wird mein Handeln und Sein den Menschen gerecht?

3. Wird mein Tun auch der Sache und der Situation gerecht?

Die Ressourcenfrage: Was tut Gott? Was ist mein Auftrag?

 

Mitarbeit

Wir glauben, dass Leute, die im schulischen und beruflichen Leben stehen, anderen am Besten beim Ausleben von integriertem Christsein helfen können. Deshalb beziehen wir viele freiwillige Mitarbeitende ein. Als Schulungsbewegung möchten wir immer wieder neue Mitarbeitende entdecken und fördern. Wir bieten den in unseren Gruppen tätigen Menschen die Möglichkeit zum Entdecken ihrer Begabungsstruktur und zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit an.
Interkonfessionalität: Die VBG versteht die einzelnen christlichen Konfessionen und Traditionen nicht als Konkurrenten, sondern als Ergänzung und Bereicherung füreinander. Wo immer möglich, fördert sie daher das christliche Beziehungsnetz. Die VBG arbeitet deshalb nicht ausschliesslich mit einer einzelnen Konfession oder Denomination zusammen. Sie sucht im Gegenteil die Zusammenarbeit, wo immer sie möglich und sinnvoll ist und ihren Grundauftrag (inkl. Zielgruppe) nicht sprengt. Unsere Interkonfessionalität drückt sich auch in unseren theologischen Leitlinien aus, die aus verschiedenen christlichen Traditionen schöpfen.


Zeitgemässes, relevantes und intellektuell verantwortbares Christsein

Integriertes Christsein muss im wechselnden Spannungsfeld der gegebenen Verhältnisse und Zeitströmungen immer wieder neu definiert werden. Nur so bleibt es glaubwürdig und relevant für Beruf und Alltag. Die Auseinandersetzung mit der Zeit gelingt, wenn der Glaube eine klare Verankerung in seinem Zentrum in Jesus Christus hat und darüber hinaus von grosser Freiheit geprägt ist. Wenn der Glaube relevant für unsere Mitmenschen sein soll, dann müssen wir das Spannungsfeld zwischen Alltag und Ideal aufzeigen und ansprechen. Das verbietet uns auf Lebens- und Glaubensfragen billige Antworten zu geben. Wir möchten, dass Christinnen und Christen durch unsere Schulung wissen, was sie glauben, und weshalb sie das glauben, was sie glauben. Integrierter Glaube soll sich auch in Diskussionen intellektuell verantworten können.


Wachstum zur Mündigkeit

Wir glauben, dass es der Wunsch jeder Christin und jedes Christen sein muss, geistlich und menschlich zu wachsen. Echtes geistliches Wachstum wird immer auch mit einem charakterlichen Wachstum einhergehen. Die Tätigkeit der VBG zielt daher darauf ab, dass die mit ihr verbundenen Menschen als mündige Gläubige zu einer vertieften Wahrnehmungsfähigkeit von sich, der Mitmenschen, der Welt und von Gott geführt werden. Diese erweiterte Wahrnehmungsfähigkeit soll sie befähigen, in einer komplexen Wirklichkeit Erklärungsmodelle aufgrund ihrer biblisch-christlichen Weltanschauung zu geben. Diese Erklärungskompetenz muss in verantwortungsvolles und eigenständiges Handeln münden, das immer auch die Heilung und Vertiefung der Beziehung zu Gott, zum Mitmenschen, zu der uns umgebenden Welt und zu sich selber im Auge behält.


Diakonie

Neben einer gesunden Spiritualität und der Weitergabe unseres Glaubens gehören diakonische Bemühungen zu einem integrierten Christsein. Unter Diakonie verstehen wir den Einsatz für Mitmensch – sei er nun arm oder reich, schwach oder stark – und Schöpfung. Hier geht es ums Zupacken, ums Handeln ohne Nebenabsichten.


Einheit und Vielfalt

Wir anerkennen und bejahen unsere Individualität und Einmaligkeit mit all den speziellen Führungen im Leben (Vielfalt der Menschen und Charaktere). Gleichzeitig halten wir daran fest, dass es keine Menschlichkeit ohne Beziehung gibt, dass wir nur als Teil der Gemeinschaft aller Menschen zur vollen Mündigkeit heranwachsen können (Einheit aller Menschen). Als Gegengewicht zur zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft wollen wir Menschen in die Verbindlichkeit der Zweierschaft, Kleingruppe, Wohngemeinschaft, Gesamtgruppe und der örtlichen christlichen Kirchen usw. führen. Wir sind der Überzeugung, dass Christsein im Alltag und Lebensveränderung am besten in Kleingruppen wachsen kann. Gleichschalterische Tendenzen und falsche Harmonisierungsversuche sind ebenso zu meiden wie die rasche Beziehungsaufkündigung aus mangelnder Bereitschaft Verschiedenheiten aushalten zu wollen.

 

Transparenz / Effektive / Qualität / Organisation

Wir glauben, dass wir persönlich und als Organisation ein hohes Mass an Transparenz leben müssen. Das bedeutet insbesondere, dass wir auch offen zu unseren Fehlern und Schwächen stehen wollen. Wegen der vielen Wechsel in unserer Gruppe müssen wir eine effektive Organisation haben, damit angestellte und freiwillige Mitarbeitende schnell ihren Platz finden können. Wir glauben, dass hohe Qualität in allem was wir tun, Gott ehrt und Menschen motiviert und inspiriert.